Titelbild

Energievorräte

Der Countdown in der Erdölförderung hat begonnen

Erdölentdeckung

Seit etwa 1980 wird deutlich weniger Erdöl neu entdeckt, als auf der Erde laufend verbraucht wird.
Entdeckungen und Produktion (Internationale Energieagentur), Prognosen (Axpo).

Wenn die Erdölfirmen von Reservenzuwachs sprechen kommt dies daher, dass alte, längst bekannte Vorkommen meistens begründet höher bewertet werden.

Dass kaum noch neues Erdöl entdeckt wird, drückt sich auch darin aus, dass immer mehr Erdölförderstaaten ihr Fördermaximum überschritten haben und in Zukunft immer weniger und immer teurer Erdöl fördern werden.

Bestätigte Reserven 2006 in tausend Mio. Barrels

Für die zukünftige Ölversorgung erhält der Nahe Osten eine absolut dominierende Bedeutung.

Weltölproduktion (ohne OPEC und GUS-Staaten)

Ölproduktion der Staaten ausserhalb dr OPEC und der ehemaligen Sowjetunion mit Progrnose bis 2010

Immer mehr Staaten überschreiten das Ölfördermaximum. Die folgende Grafik listet alle Staaten in der Reihenfolge des Überschreitens des Fördermaximums auf. Staaten, die ihre Förderung noch ausweiten können, sind rechts eingetragen. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass trotz der Förderausweitung in diesen Staaten die Gesamtförderung der Gruppe bis 2010 um etwa 6 - 10 Millionen Barrel Tagesproduktion zurückgehen wird.

Drei krasse Beispiele sind USA, Grossbritannien und Norwegen:

USA: Ölproduktion seit 1935 und Prognose bis 2010

UK-Ölförderung im Jahr 2003 bereits 25% unter Maximalförderung des Jahres 1999

Norwegens Ölförderung im Jahr 2003 bereits 8.5% unter der Maximalförderung

Indonesien ist der erste OPEC-Staat, der Erdöl kaufen muss

Seit 1996 ist die Erdölförderung in Indonesien bereits um über 25% zurückgegangen und nun hat Indonesien im März 2004 mehr Erdöl importiert als exportiert.

Auch in Brasilien geht die Erdölförderung unerwartet seit 9 Monaten zurück.

Bild: Die Ölförderung in Brasilien ist seit 9 Monaten im Rückgang, weil sich der Anschluß neuer Felder immer wieder verzögert. Damit wird das Überschreiten der Marke von 2 Mio. Barrel/Tag immer unwahrscheinlicher.

Welterdölförderung 2002: 74 Mio. Barrels/Tag oder  3561 Mio. Tonnen/Jahr
Welterdölförderung 2003: 76,8 Mio. Barrels/Tag oder 3697 Mio. Tonnen/Jahr
Quelle: BP

(1 Barrel = 159 l)

Zu erwartender Welterdölverbrauch 2004: über 80 Mio. Barrels/Tag

Wie lange ist eine ausreichende Erdölversorgung wirklich noch gewährleistet?

Erdöl ist heute mit fast 40% Anteil der wichtigste Energieträger. Von einer breiten Öffentlichkeit unbemerkt und von der Erdölwirtschaft vertuscht, hat sich die langfristige Versorgungslage dramatisch zugespitzt. Man kann sich heute nicht wirklich vorstellen, dass es ausgerechnet beim Öl schon 5 vor 12 sein könnte. Es sind in den nächsten 5 Jahren chaotische Umbrüche denkbar. Wir wollen mit diesem Beitrag die Vorstellung erschüttern, dass in Sachen "Ölversorgung" alles in Ordnung sei und zu einem Umdenken beitragen.

Bereits 1980 hat die Kommission Global 2000 im Auftrag von US-Präsident Jimmy Carter das Maximum der weltweiten Erdölförderung erstaunlich genau voraus berechnet.

Prognose Bericht der Kommission Global 2000

(im Auftrag von US-Präsident Jimmy Carter, erstellt im Jahr 1980!)

Es beginnt sich auch immer mehr zu zeigen, dass der viel belachte Club of Rome mit seiner Studie von 1972 zumindest im Ölbereich schliesslich doch recht behalten wird. > mehr

Die Probleme mit der Versorgung drücken sich auch in der Entwicklung des Ölpreises aus.
Der hohe Ölpreis hat enorme volkswirtschaftliche Konsequenzen, indem als Folge ihrer Erdölabhängigkeit ganze Volkswirtschaften verarmen. Dies könnte durchaus auch uns zu schaffen machen.

Volkswirtschaftliche Bedeutung international
Stellen wir uns vor was es bedeutet, wenn die internationale Wirtschaft nun mit immer höheren Energiepreisen konfrontiert wird und welche Wirtschaftskrise dies auslösen wird. Not und soziales Elend sind die Folgen, nur weil wir die Begrenztheit der Vorräte nicht wahrhaben wollten oder gar der Meinung sind, dass die Energieversorgung mit Gewalt gesichert werden kann, weil wir nicht bereit sind unsere Wirtschaft auf eine ökologische Kreislaufwirtschaft umzustellen, weil die internationale Erdölwirtschaft ihre finanziellen Interessen durchsetzt und wir uns von Ihr beruhigen lassen.